Das ist die derzeit aktuelle Seite des Palindrom Blogs. Nach 2 Jahren mit „contenido“ und 2 Jahren des Experimentierens mit dem CMS „Joomla“ bin ich auf die Blog-Software „WordPress“ umgestiegen. Nicht, weil joomla schlecht war. Nein, im Gegenteil! Das ist eine ganz tolle Software. Sie erfordert aber m.E. mehr Arbeit als WordPress und ist für meine Zwecke etwas überdimensioniert. Also versuchen wir es diesmal, vielleicht für die nächsten Jahre mit WordPress.
(Alt-Kaster – 24.11.2013)
The Road Not Taken
Two roads diverged in a yellow wood,
And sorry I could not travel both
And be one traveler, long I stood
And looked down one as far as I could
To where it bent in the undergrowth;
Then took the other, as just as fair,
And having perhaps the better claim,
Because it was grassy and wanted wear;
Though as for that the passing there
Had worn them really about the same,
And both that morning equally lay
In leaves no step had trodden black.
Oh, I kept the first for another day!
Yet knowing how way leads on to way,
I doubted if I should ever come back.
I shall be telling this with a sigh
Somewhere ages and ages hence:
Two roads diverged in a wood, and I –
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference.
(Robert Frost)
- Das Gedicht beschreibt einen Wanderer an einer Weggabelung in einem herbstlichen Wald. Der Sprecher entscheidet sich für den zweiten Weg, weil dieser ihm weniger begangen scheint. Später stellt er fest, dass beide Wege eigentlich gleich stark abgenutzt waren. Die zentrale Aussage ist, dass Menschen dazu neigen, ihre eigene Lebensgeschichte im Nachhinein als bedeutsamer oder schicksalhafter darzustellen, als sie es im Moment der Entscheidung war.
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„The Road Not Taken“ gilt als eines der am meisten missverstandenen Gedichte der Literaturgeschichte.
- Das Missverständnis: Viele Menschen nutzen das Gedicht als Hymne für Individualismus und Nonkonformismus. Sie glauben, der Sprecher feiert sich selbst dafür, den „unbeliebteren“ Weg gewählt zu haben.
- Die Realität im Text: Frost schreibt in der zweiten und dritten Strophe explizit, dass beide Wege eigentlich völlig gleich waren („really about the same“ und „equally lay“). Es gab keinen Weg, der „weniger begangen“ war.
- Der Kern der Aussage: Das Gedicht handelt von der menschlichen Psychologie. Wenn wir alt sind (Strophe 4: „with a sigh / Somewhere ages and ages hence“), erfinden wir rückwirkend eine Geschichte. Wir behaupten, wir hätten die mutige, ungewöhnliche Wahl getroffen und diese Entscheidung habe unser ganzes Leben bestimmt („and that has made all the difference“). In Wahrheit war es im Moment der Entscheidung reiner Zufall.
Poetry is what gets lost in translation.